Aktuell

Kaffee - Genuss für alle

Vom fairen Umgang mit der Bohne

 

Samstag, 22. Dezember 2018, 17.25 Uhr im RBB Fernsehen

 

In Uganda hat sich für den fairen Handel mit der deutschen Organisation GEPA eine Kooperative der Kaffeebauern zusammen geschlossen.

Kaffee ist das beliebteste Getränk der Deutschen. Rund 300 Liter trinkt
durchschnittlich jeder Deutsche pro Jahr. Das ist mehr als bei Bier oder
Mineralwasser. Viele Konsumenten versuchen den Genuss mit gutem Gewissen
zu vereinbaren. Sie kaufen fair gehandelten Kaffee, den gibt es in sogenannten
Weltläden und inzwischen auch im Supermarkt. Dieser Kaffee ist teurer, die
Verpackung trägt ein „Fairtrade-Siegel“ und mit ihm ist das Versprechen
verbunden: Vom Verkaufserlös bekommen die Produzenten, also die
Kaffeebauern in Afrika oder Lateinamerika, einen spürbar höheren Ertrag als
bei den normalen Kaffeekonzernen.
Ein Vorreiter der Fairtrade-Idee stammt aus Deutschland. Vor gut vierzig Jahren
gründeten vier kirchliche Organisationen, darunter evangelisch „Brot für die
Welt“ und der „Bund der deutschen katholischen Jugend“ die GEPA als
Handelsorganisation. Kaffee aus Nicaragua war eines der ersten fair
gehandelten Produkte, schnell kamen andere Lebensmittel, Kakao, Tee, später
auch Wein dazu. Mit Kleidung und Kunsthandwerk wurde das Sortiment
ausgeweitet. Heute macht die GEPA allein mit Lebensmitteln einen
Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro. Damit ist sie die größte
Organisation für fairen Handel in Europa, wenn auch immer noch ein Zwerg im
Vergleich zu den globalen Konzernen der Nahrungsmittelindustrie.

Jede einzelne Bohne wird nach der Ernte noch einmal per Hand gelesen, um beste Qualität zu sichern.

Aber die Grundidee, die Produzenten erhalten einen angemessenen Anteil vom
Profit, scheint zu funktionieren. Ein Beispiel ist die Kaffeekooperative ACPCU in
Uganda. Dort bekommen die 9500 Mitglieder der Kooperative im Fairtrade-
System rund drei Mal so viel für ihren erntefrischen Kaffee bezahlt wie bei den
Kaffeekonzernen. Eine Folge, alle können das Schulgeld für ihre Kinder
bezahlen. Statt in der Plantage bei der Arbeit zu helfen, sitzen die Kinder im
Klassenzimmer. Außerdem hat die Kooperative aus den zusätzlichen Prämien
ihre eigene Fabrik bauen können und sogar eine eigene Gesundheitsstation mit
einem Arzt für die Familien der Mitglieder eingerichtet. Der faire Handel
verbessert also mehr als nur das Haushaltseinkommen.
Auch wenn fairer Handel immer noch eine Nische auf dem Weltmarkt ist. Er
trägt zumindest dazu bei, Reichtum etwas gerechter zu verteilen.

Redaktion: Manfred Suttinger

 

Durch Fairtrade verdienen die Kaffeebauern in Uganda rund dreimal so viel wie früher. Zusätzlich erhalten sie noch Prämien. Von ihrem Verdienst können sie ihre Kinder zur Schule schicken - sonst keineswegs eine Selbstverständlichkeit in den ärmeren Gegenden.

Druckversion Druckversion | Sitemap
Impressum

© Kilimann TV - Produktion GmbH