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Rente unter Palmen

Thailand - Und die Suche nach dem Glück
 

 

Dienstag, 2. April 2019, 22.15 Uhr im ZDF

 

Wolgang (59) war über 30 Jahre lang Polizist und musste auf Grund von gesundheitlichen Probleme vorzeitig in den Ruhestand. Seit fünf Jahren lebt er in Thailand.

Sonne und Wärme das ganze Jahr, immer mehr deutsche Rentner träumen von einem Umzug nach Thailand. 37 begleitet Menschen, die diesen Schritt gewagt haben oder gerade dabei sind, ihre Koffer zu packen.

 

Welche Vorteile hat das Leben in Thailand? Wie kommen Deutsche im Alter dort zurecht ohne Sprachkenntnisse, mit der völlig anderen Kultur? Rentner erzählen, wie sie in Thailand zurück zum Glück finden. Aber auch, welche großen Probleme es in der Ferne geben kann.

 

Laut Statischem Bundesamt gehört Thailand inzwischen zu den beliebtesten Zielen für deutsche Auswanderer außerhalb der EU. Doch es gibt Vieles zu bedenken, damit nicht plötzlich ein böses Erwachen droht. „Wer glaubt, mit Mini-Rente in Thailand ein Leben in Saus und Braus führen zu können, der irrt sich gewaltig“, warnt Pastor Leuschner, Leiter des Begegnungszentrums der deutschen Gemeinde in Pattaya. Leuschner hat schon einige unbedachte Auswanderer abstürzen sehen. „Thailand hat kein soziales Netz wie Deutschland. Da gibt es null Unterstützung seitens des Staates.“

Marianne und Norbert sind zwei Monate zum Probewohnen in Thailand. Er möchte dort hinziehen. Sie ist noch unsicher.

Wenn es nach Norbert ginge, würden er und seine Frau Marianne längst in Thailand leben. Er kennt und liebt das Land. Doch Marianne hat so ihre Bedenken. Beide sind 68 Jahre alt und haben schon viel von der Welt gesehen. Aber jetzt im Alter merkt Marianne: „Ich habe drei große Probleme in Thailand: Im Sommer macht mir die starke Hitze zu schaffen. Der Verkehr und die Infrastruktur sind chaotisch. Und es liegt viel Müll herum.“ Sie erkenne ihren Mann nicht wieder, der daheim in Böblingen so ordnungsliebend und penibel sei. „Entspannt“, sagt Norbert B. und findet alles „spitze“. Seine Frau kommt da noch nicht so ganz mit.

Fast 40 Jahre sind sie verheiratet. „Wir müssen uns natürlich irgendwie einigen“, sagt Norbert, „trennen möchten wir uns jetzt nicht deswegen.“ Aber Marianne müsse erst Mal hören, was ihr Herz sage. Also machen sie zwei Monate Probewohnen in einer Altenresidenz in Hua Hin, am Westufer des Golfs von Thailand. „Ob ich da Kompromisse machen möchte und wirklich in Thailand leben kann, werde ich herausfinden müssen.“ Marianne verspricht ihrem Mann, sich zu bemühen, denn – das steht für beide absolut fest: Deutschland ist für den Rest ihres Lebens keine Option. „Die Situation in deutschen Heimen finde ich beängstigend“, sagt Marianne. „Und wir sind uns absolut sicher, dass wir nicht durch unsere Kinder gepflegt werden möchten.“

Welche Lösung werden die beiden finden?

Christa ist fast 40 Jahre mit ihrem Mann verheiratet, als der im Oktober 2010 absolut überraschend, nach kurzer schwerer Krankheit stirbt. „Ich konnte einfach nicht in unserem Haus bleiben, es hat mich alles an ihn erinnert“, sagt Christa. Also beschließt sie, möglichst weit weg zu ziehen. Auch die Trennung von ihren Kindern nimmt sie in Kauf.

Im kalten Winter zu Hause konnte sie sich durch ihr Rheuma oft kaum bewegen. Und in Thailand? „Es ist alles weg! Ich bin topfit“, freut sich die 74-Jährige. Um ihren Alltag zu bewältigen, fürs Autofahren und für den möglichen Pflegefall hat sie Unterstützung gefunden. Lek, eine Thailänderin, ist an sechs Tagen in der Woche bei ihr. Beide betonen, es sei wie ein Mutter-Tochter-Verhältnis. Lek ist ihre engste Vertraute und sie ist erfahren in der Pflege. „Ich bleibe bei Christa bis zum Ende“, verspricht Lek.

Doch es soll alles ganz anders kommen.

In Thailand, da ist sich Wolfgang ganz sicher, hat er wieder zurück zum Glück gefunden. Vor elf Jahren noch Polizist in Deutschland musste er auf Grund von Gesundheitsproblemen frühzeitig in Rente gehen. Er wanderte nach Thailand aus, wo die Ganzjahressonne ganz entscheidend für sein Wohlbefinden sorgt. Er muss jeden Monat akribisch seine Finanzen im Blick halten, schafft es aber sogar einen Betrag zu sparen, weil er keine großen Ansprüche stellt. Obwohl er selbst mit 59 noch jung ist, macht er sich Gedanken übetr die Zukunft, auch, weil ein guter Freund kürzlich nach kurzer schwerer Krankheit starb. Wolfgang zahlt zwar noch in die deutsche Pflegekasse ein und hätte dadurch auch einen Anspruch auf Pflege in Deutschland. Doch das wäre für ihn ein Albtraum. „Ich will auf keinen Fall zurück nach Deutschland. Thailand ist meine Heimat. Hier möchte ich auch sterben, und meine Asche soll im Meer vertreut werden.“

Redaktion: 37 Grad, Simone Grabs

 

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